Artikel 31/01/2022

Wie findet man den richtigen Cloud-Anbieter? 6 wichtige Faktoren für Ihre Entscheidung

Die Auswahl eines Cloud-Anbieters ist neben der Wahl des Servicemodells einer der wichtigsten Schritte beim Wechsel in die Cloud. Ein Cloud-Anbieter ist ein Unternehmen, das die Cloud als Infrastrukturplattform für Kundendaten und -dienste anbietet. In diesem Artikel erfahren Sie, auf welche Faktoren Sie besonders achten sollten.

Wie man einen Cloud-Anbieter auswählt

Faktor 1: Ausfallsicherheit im Rechenzentrum

Ausfallsicherheit bzw. Fehlertoleranz ist ein Faktor, der den unterbrechungsfreien Zugang zur Infrastruktur und die Datensicherheit bei Hardwareausfällen beeinflusst. Zuverlässige Cloud-Anbieter verwenden redundante Komponenten in der Cloud selbst. Doch achten Sie in jedem Fall auch auf die Eigenschaften des Rechenzentrums, in dem sich die Cloud befindet.

Die Zuverlässigkeit eines Rechenzentrums wird durch die internationale Klassifizierung ANSI/TIA-942 bestimmt. Nach dieser Norm werden Rechenzentren in 4 Klassen eingeteilt: Tier I, Tier II, Tier III und Tier IV. Der wichtigste Faktor bei der Bestimmung der Zuverlässigkeit eines Rechenzentrums ist seine Fehlertoleranz. Je höher die Klasse, desto besser die Ausfallsicherheit und desto mehr Systeme verfügen über redundante Kopien für den Fall von Hardwareausfällen.

Tier I Rechenzentren sind nicht fehlertolerant. Ein Ausfall führt hier dazu, dass der Betrieb in der Cloud eingestellt wird. Außerdem ist es nicht möglich, routinemäßige Wartungsarbeiten durchzuführen, ohne die Geräte abzuschalten. Tier II Rechenzentren arbeiten zwar mit Redundanz, allerdings können die Systeme nicht aufgerüstet oder gewartet werden, ohne die Cloud abzuschalten – genau wie bei Tier I Rechenzentren.

Rechenzentren der Kategorie Tier III und höher gelten als zuverlässig. Solche Rechenzentren verwenden Reservesysteme, sodass Upgrades und Wartungsarbeiten ohne Auswirkungen auf die Infrastruktur des Kunden durchgeführt werden können. Ein Cloud-Anbieter, der Daten in einem Tier III Rechenzentrum speichert, kann eine hohe Verfügbarkeit der Cloud garantieren. Die ausfallsichersten Rechenzentren werden als Tier IV eingestuft. Jede Komponente eines solchen Rechenzentrums verwendet mehrere Reserve-Stromversorgungseinheiten, Netzwerkverbindungen, Kühlsysteme usw.

Wir empfehlen Ihnen, einen Cloud Computing Anbieter zu wählen, der die Cloud in einem Rechenzentrum der Kategorie Tier III oder höher speichert. Dies ist notwendig, damit die Dienste Ihres Unternehmens garantiert ohne Unterbrechungen funktionieren. Ein solcher Anbieter kann stets eine hohe Verfügbarkeit der Cloud garantieren, in der Ihre Unternehmenssysteme gespeichert sind.

Faktor 2: Physische und rechtliche Sicherheit

Die Datensicherheit ist für jedes Unternehmen ein entscheidender Faktor. Prüfen Sie deshalb, wie der Cloud-Anbieter die Sicherheit in Bezug auf die internen Protokolle des Unternehmens und die Systeme im Rechenzentrum organisiert. Kontrollieren Sie außerdem, wie das Land, in dem sich die Cloud befindet, die Datensicherheit auf gesetzlicher Ebene gewährleistet.

Ein gut geschütztes Rechenzentrum verfügt meist über Sicherheitssysteme mit internationaler Zertifizierung. Schauen Sie nach, ob das Rechenzentrum Ihres potenziellen Anbieters ISO/IEC 27001-zertifiziert ist. Diese Norm regelt die Anforderungen an Sicherheitssysteme – Videoüberwachung, Zugangskontrolle, physische Sicherheit usw.

Ein Unternehmen mit dem ISO 27001-Zertifikat erfüllt hohe Sicherheitsstandards in Bezug auf das Management. Dazu zählen die Sicherheitspolitik, die Kontrolle der Mitarbeiterqualifikation, die Überwachungssysteme, die Regelmäßigkeit der internen Audits und mehr. Dieses Zertifikat garantiert, dass die Handlungen des Cloud-Anbieters keine Gefahr für die Kundendaten darstellen.

Achten Sie darauf, in welchem Land der Anbieter Kundendaten speichert, z. B. ob es sich um einen europäischen Cloud-Anbieter handelt. Denn die Besonderheiten der Gesetzgebung des jeweiligen Landes wirken sich auf die Datensicherheit aus. Die Rechenzentren von SIM-Networks befinden sich zum Beispiel in Deutschland und den Niederlanden. Die Kundendaten sind durch die Datenschutzgesetze dieser Länder sowie durch die EU-Gesetzgebung geschützt. Bei einem deutschen Cloud-Anbieter ist z. B. der Schutz vor unrechtmäßiger Geräte-Beschlagnahmung gesetzlich garantiert ist.

Der Standort des Rechenzentrums spielt auch bei der Art Ihrer Daten eine Rolle. Deshalb ist es wichtig, sich vor der Migration in die Cloud über die Besonderheiten der lokalen Gesetzgebung zu informieren. Anbieter, die mehrere Optionen in Bezug auf den Standort anbieten, sind eine Überlegung wert. Auf diese Weise können Sie je nach den Bedürfnissen und Anforderungen Ihrer Branche und Sensibilität Ihrer Daten zwischen verschiedenen Gerichtsbarkeiten wählen.

Faktor 3: Zusätzliche Services

Ein guter Cloud Computing Anbieter macht es dem Kunden so einfach wie möglich, mit seiner Infrastruktur zu arbeiten. Achten Sie bei Ihrer Wahl daher auf das Angebot an zusätzlichen Services, die in der Cloud verfügbar sind. Je mehr typische Aufgaben der Anbieter standardmäßig löst, desto weniger Zeit und weniger Ressourcen muss Ihr Unternehmen dafür aufwenden.

Zusätzliche Dienste in der Cloud werden über das XaaS-Modell ("Anything-as-a-Service") bereitgestellt. BaaS ("Backup-as-a-Service") ist ein sehr gutes Beispiel für einen solchen Dienst. Jedes Unternehmen benötigt Reservekopien, um bei Hardwareausfällen keine Daten zu verlieren. Deshalb ist es ratsam, einen Cloud Hosting Anbieter zu wählen, der diesen Aspekt gleich mit einem sofort einsatzbereiten Tool löst.

Im Fall von BaaS legt der Nutzer die Tiefe und Häufigkeit der Backups fest und die Daten werden daraufhin automatisch kopiert und hochgeladen. So muss kein neues Instrument zur Speicherung von Backups entwickelt oder Daten manuell hochgeladen werden. Zuverlässige Cloud-Anbieter bieten zudem die Möglichkeit, Backups auf einer Remote-Plattform zu speichern. Dies ist notwendig, damit Ausfälle im Rechenzentrum nicht die Integrität der Backups beeinträchtigen. SIM-Networks bietet zum Beispiel zwei Dienste an: BaaS Local und BaaS Remote. BaaS Local speichert Daten im selben Rechenzentrum wie die Hauptinfrastruktur; BaaS Remote kopiert Daten auf einem weiteren, entfernten Rechenzentrum.

Folgende XaaS-Dienste sind standardmäßig in der Public SIM-Cloud verfügbar: Firewall-as-a-Service, DNS-as-a-Service, VPN-as-a-Service. Ein Kunde, der eine Cloud mit diesen Services nutzt, befreit sich dadurch von vielen Aufgaben. Dazu gehören:

  • die Einrichtung eines Schutzes gegen bösartigen Datenverkehr oder DDoS-Angriffe;
  • die Einrichtung von VPN-Tunneln, um alle Verbindungen zur Infrastruktur zu sichern;
  • die manuelle Verwaltung von DNS-Einträgen.

Achten Sie bei der Auswahl eines Cloud-Dienstleisters auf die Liste der von ihm angebotenen Microservices und vergleichen Sie sie mit der Liste der grundlegenden Aufgaben Ihres Unternehmens. Es lohnt sich, in die Cloud eines Anbieters zu migrieren, der so viele dieser Aufgaben wie möglich automatisiert.

Faktor 4: SLA (Service Level Agreement)

SLA ist ein Dokument, das die Garantien und Verantwortlichkeiten der einzelnen Parteien bei der Anmietung der Cloud regelt. Anhand dieses Dokuments können Sie eine Menge über den Cloud-Anbieter erfahren. Das SLA regelt unter anderem das Funktionieren der Infrastruktur und die Maßnahmen des Anbieters im Falle von Fehlfunktionen.

Die Verfügbarkeitsgarantie ist einer der wichtigsten Punkte im SLA eines Anbieters. Diese Garantie hängt weitgehend von der Tier-Einstufung des Rechenzentrums ab. Es ist wichtig, dass der garantierte Prozentsatz der Verfügbarkeit durch den Zeitraum ergänzt wird, auf den er sich bezieht. 99% Verfügbarkeit pro Jahr und 99% Verfügbarkeit pro Monat sind unterschiedliche Garantien. Wählen Sie einen IaaS-Anbieter oder Cloud-Anbieter, der in diesem Punkt keine Unklarheiten zulässt. Das SLA regelt auch die Verantwortung des Anbieters für die Nichteinhaltung der garantierten Betriebszeit. So garantiert z. B. das SLA von SIM-Networks, dass der Kunde eine Entschädigung erhält, wenn die jährliche Verfügbarkeit der Cloud weniger als 99,9 % beträgt.

Die SLA enthält auch Garantien für den technischen Support. Dieser Punkt umfasst die Reaktionszeit des Support-Teams, den Zuständigkeitsbereich des Anbieters und den Zeitrahmen, innerhalb dessen technische Probleme gelöst werden sollen. Wir raten Ihnen, einen Anbieter zu wählen, der innerhalb von einer Stunde auf Ihre Anfrage reagiert und Probleme mit der Infrastruktur so schnell wie möglich löst. Beachten Sie, dass der technische Support in der Regel nicht für das Funktionieren der Dienste des Kunden in der Cloud verantwortlich ist.

Routinemäßige Wartungsarbeiten, die eine Abschaltung der Infrastruktur durch den Cloud-Anbieter erfordern, sollten in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Er muss alle Kunden im Voraus vor diesen Arbeiten informieren. Es ist ein gutes Zeichen, wenn dieser Aspekt im SLA erwähnt wird. Die Maßnahmen der technischen Experten des Providers werden nicht zu Datenverlusten führen, wenn der Kunde von der bevorstehenden Wartung weiß und Zeit hat, sich darauf vorzubereiten.

Faktor 5: Der Support des Cloud-Anbieters

Dieser Faktor umfasst sowohl den eigentlichen technischen Support als auch andere Dienstleistungen. Je mehr Aufgaben mithilfe der Spezialisten des Anbieters gelöst werden können, desto besser. Cloud-Migration und Infrastrukturmanagement sind gute Beispiele für solche Aufgaben.

Erkundigen Sie sich, ob der technische Support kostenlos ist. In der Regel sind Cloud-Anbieter, die kostenpflichtige Support-Pläne anbieten, auf die Menge der Verkäufe ausgerichtet. Das bedeutet höchstwahrscheinlich, dass Sie auch bei anderen Aspekten keinen persönlichen Ansatz erhalten. Deshalb empfehlen wir Ihnen, einen Anbieter mit kostenlosem technischem Support zu wählen.

Sie können selten vorhersehen, wann Sie Hilfe benötigen. Deshalb ist es wichtig, dass der technische Support rund um die Uhr verfügbar ist. Außerdem ist es wichtig, dass die Kommunikation so einfach und unkompliziert wie möglich ist; das Support-Team Ihres Cloud-Dienstleisters sollte Ihre Sprache sprechen. Das hilft Ihnen, Probleme schnell zu lösen, und vereinfacht die Konsultationen. Mehrere Kommunikationskanäle sind ebenfalls ein gutes Zeichen; wählen Sie einen Anbieter, mit dem Sie per Chat, Telefon, E-Mail usw. in Kontakt treten können.

Nicht jedes Unternehmen kann die Cloud selbst verwalten. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr IT-Personal Zeit für Aufgaben aufwendet, die nicht zum Kerngeschäft gehören – wie z. B. die Verwaltung der Infrastruktur – sollten Sie einen Cloud-Anbieter wählen, der diese Aufgabe für Sie übernimmt. Die Experten des Anbieters verwalten die Cloud für Sie, während sich Ihr IT-Team um die wichtigsten Geschäftsziele des Unternehmens kümmert.

Die Migration in die Cloud ist ein schwieriger und kostspieliger Prozess, der die Unterstützung von Experten mit einschlägiger Erfahrung erfordert. Deshalb sollten Sie einen Anbieter wählen, der die Daten für Sie in die Cloud überträgt. Seine Spezialisten können dies schnell und mit minimalen Auswirkungen auf Ihre Geschäftsprozesse tun. Möglich wird dies durch die Qualifikation der Experten sowie das tiefe Verständnis der Besonderheiten der jeweiligen Cloud-Plattform. Einige Cloud-Anbieter führen die Cloud-Migration kostenlos durch, da beide Seite Vorteile davon haben: Der Kunde kann schnell mit der Arbeit in der Cloud beginnen und das technische Supportteam des Anbieters erhält weniger Anfragen, wenn die Migration gut durchgeführt wird.

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Faktor 6: Umfassender individueller Ansatz

Dieser Faktor ist sehr wichtig für große Infrastrukturprojekte, deren Anforderungen nicht durch Standardlösungen abgedeckt werden können. In solchen Fällen empfehlen wir Ihnen, einen Cloud-Anbieter zu wählen, der Sie umfassend berät, Ihnen bei der Auswahl einer Lösung hilft und diese für Sie entwickelt.

Ein zuverlässiger Cloud Hosting Anbieter wird jedem potenziellen Kunden alle Fragen beantworten. Er wird Ihnen gerne die architektonischen Details der Cloud sowie das Angebot an Services und deren Besonderheiten erläutern. Wir empfehlen, dass Sie alle Fragen stellen, die Sie interessieren. Sie können viel über die Einstellung des Anbieters zum Kundenservice erfahren, indem Sie feststellen, wie schnell Sie eine Antwort erhalten und wie detailliert sie ist.

Die Entwicklung eines Infrastrukturprojekts ist eine Aufgabe, die nur an einen vertrauenswürdigen Cloud-Dienstleister delegiert werden sollte. Es ist wichtig, dass der Cloud-Anbieter Sie auf der Grundlage von Fachwissen, den Anforderungen des Projekts und den Wünschen Ihres Unternehmens berät. Das Ziel eines guten Anbieters ist es, das Problem des Kunden zu lösen und nicht, einen bestimmten Service zu verkaufen.

Schauen wir uns ein konkretes Beispiel für einen personalisierten Ansatz bei der Entwicklung einer Infrastrukturlösung an: Ein SIM-Networks Kunde plante die Migration in eine Private Cloud. Vor der Migration wollte er den Umfang der Ressourcen abschätzen, die für die Abwicklung der Projekte des Unternehmens erforderlich sind. Die Experten von SIM-Networks boten an, die Dienste des Kunden in die Public Cloud zu übertragen und das Funktionieren der Dienste des Kunden in dieser Infrastruktur zu testen. Auf der Grundlage der aus den Tests gewonnenen Daten erstellten die Ingenieure eine passende Cloud-Lösung. Der Kunde erhielt eine Private Cloud, die alle Daten und Anwendungen effektiv handhaben kann. Wenn Sie mehr erfahren möchten, lesen Sie mehr über diesen Fall einer Cloud-Migration.

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